Nicht jede Wohnung hat Platz für ein eigenes Arbeitszimmer. Oft ist es eine Ecke im Wohnzimmer, ein Stück Wand im Schlafzimmer oder die Nische im Flur, in der gearbeitet, gelernt oder der Papierkram erledigt wird. Das ist völlig in Ordnung – wenn die Ecke gut geplant ist.
Eine gute Arbeitsecke erfüllt zwei Aufgaben: Tagsüber hilft sie dir, dich zu konzentrieren. Abends soll sie sich zurücknehmen, damit der Raum wieder zum Wohnen da ist. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie beides gelingt.
Der richtige Platz
Bevor du Möbel aussuchst, lohnt sich die Frage nach dem Ort. Ein paar Punkte helfen bei der Entscheidung:
Tageslicht von der Seite: Am angenehmsten arbeitest du, wenn das Fenster seitlich liegt. Schaust du direkt ins Fenster, blendet es; sitzt du mit dem Rücken dazu, spiegelt der Bildschirm.
Ruhe: Eine Ecke abseits vom Durchgang lenkt weniger ab als ein Platz direkt neben der Tür.
Steckdosen: Prüfe vorher, wo Strom ist. Lange Kabel quer durch den Raum sind unpraktisch und unruhig.
Nicht im Blick vom Bett oder Sofa: Wenn möglich, so stellen, dass du den Arbeitsplatz abends nicht ständig vor Augen hast.
Gute Orte sind oft eine Fensterseite im Wohnzimmer, eine Nische neben einem Schrank oder eine Wand im Gästezimmer.
Schreibtisch: Größe und Form
Der Schreibtisch muss nicht groß sein, aber zu deiner Arbeit passen.
Maße: Für einen Laptop reichen etwa 100 × 50 cm. Arbeitest du mit großem Bildschirm, Tastatur und Unterlagen, sind etwa 120 bis 140 × 60 bis 70 cm angenehmer. Die übliche Tischhöhe liegt bei etwa 72 bis 75 cm.
Form: Ein schlanker Tisch mit Beinen wirkt leichter als ein wuchtiger Kasten. Eine Schublade für Stifte und Kabel hält die Tischplatte frei.
Material und Farbe: Holz oder eine Platte in einem ruhigen Farbton lassen den Tisch wie ein Wohnmöbel wirken – nicht wie ein Büromöbel. So fügt er sich besser in den Raum.
Höhenverstellbar: Arbeitest du viele Stunden zuhause, kann ein Tisch sinnvoll sein, an dem du auch mal stehst. Er ist meist teurer und etwas wuchtiger, das solltest du abwägen.
Als grobe Richtwerte: Ein einfacher Schreibtisch liegt bei etwa 100 bis 350 €, ein höhenverstellbarer bei etwa 300 bis 800 €. Das sind nur Orientierungswerte.

Beispiel: Schreibtisch und Stuhl – bereit für den ersten Arbeitstag.
Der Stuhl: wichtiger als gedacht
Beim Stuhl entscheidet sich, ob du nach drei Stunden noch gern sitzt. Gerade wenn du regelmäßig zuhause arbeitest, lohnt sich ein guter Stuhl mehr als jede Deko.
Höhe einstellbar: Deine Füße stehen flach auf dem Boden, die Oberschenkel sind etwa waagerecht.
Rücken stützen: Eine Lehne, die den unteren Rücken stützt, macht langes Sitzen angenehmer.
Armlehnen passend: Sie sollten unter die Tischplatte passen, sonst kommst du nicht nah genug an den Tisch.
Optik nicht vergessen: Es gibt Bürostühle mit Holzschale oder Stoffbezug, die im Wohnraum deutlich wohnlicher wirken als schwarze Chefsessel.
Arbeitest du nur ab und zu, kann auch ein bequemer Esszimmerstuhl mit Kissen reichen. Ein Bürostuhl liegt als grober Richtwert bei etwa 120 bis 500 €.
Licht: am Tag und am Abend
Gutes Licht schont die Augen und hilft beim Konzentrieren.
Tageslicht nutzen: Leichte Vorhänge oder ein Rollo helfen, wenn die Sonne direkt auf den Bildschirm fällt.
Schreibtischleuchte: Eine verstellbare Leuchte mit Gelenkarm bringt Licht genau dorthin, wo du es brauchst. Stell sie auf die Seite gegenüber deiner Schreibhand, damit kein Schatten auf das Papier fällt.
Lichtfarbe: Zum Arbeiten ist neutrales Licht um etwa 3.000 bis 4.000 Kelvin angenehm. Wohnt die Ecke im Wohnzimmer, sind warmweiße Leuchten für den Abend schöner – eine Leuchte mit einstellbarer Lichtfarbe verbindet beides.
Hintergrundlicht: Eine zweite Lichtquelle im Raum verhindert, dass du abends in einen dunklen Raum hinter dem hellen Bildschirm schaust.

Beispiel: Eine verstellbare Leuchte bringt das Licht genau dorthin, wo du arbeitest.
Ordnung und Stauraum
In einer Arbeitsecke fällt Unordnung sofort auf. Mit wenigen Mitteln bleibt sie ruhig:
Regal neben dem Tisch: Ein schmales Holzregal nimmt Ordner, Bücher und eine Pflanze auf, ohne viel Fläche zu brauchen.
Körbe und Boxen: Für Papierkram, Kabel und Ladegeräte. Einheitliche Körbe wirken ruhiger als viele verschiedene.
Kabel bündeln: Ein Kabelkanal unter der Tischplatte oder ein Kabelkorb macht einen großen Unterschied.
Rollcontainer: Er passt unter den Tisch und lässt sich abends wegschieben.
Tischplatte leer halten: Nur das, was du täglich brauchst, bleibt oben.
Arbeit nach Feierabend verschwinden lassen
Gerade wenn die Arbeitsecke im Wohn- oder Schlafzimmer liegt, ist das der wichtigste Punkt. Ein paar Ideen:
Laptop in eine Schublade oder einen Korb: Aus den Augen, aus dem Sinn.
Ein Paravent oder ein Vorhang trennt die Ecke optisch ab, ohne dass du bohren musst.
Ein Regal als Raumteiler: Offen zum Wohnraum hin, mit Büchern und Pflanzen, wirkt es wie ein Wohnmöbel.
Ein kleines Ritual: Leuchte aus, Stuhl ran, Kerze auf dem Couchtisch an – so beginnt der Feierabend.
So hilft dir raum’schmaus.
In der App heißt der Raum „Büro“. Du kannst ihn auch nutzen, wenn du nur eine Ecke einrichtest: Wähle die Stücke, die du brauchst, etwa Schreibtisch, Stuhl, Regal und Leuchte. Du bekommst ein fertiges Konzept in deinem Stil, dazu die Farben der Einrichtung – für Holz, Stoffe und Akzente, nicht für die Wände – und Beispielpreise zum Vergleichen. Gekauft wird am Ende direkt im Shop.
Fängst du neu an, wähle einen Stil und starte mit „Bei null anfangen“:
Hast du schon einen Tisch, aber die Ecke wirkt noch unfertig, nimm „Einen Raum aufwerten“. Du lädst ein Foto hoch, legst fest, was bleibt, und bekommst passende Ergänzungen:
Möchtest du sehen, wie das Konzept in deinem eigenen Raum wirken könnte, kannst du mit Konto eine Visualisierung erstellen lassen – ein Beispielbild mit ähnlichen Möbeln, in Paketen und ohne Abo. Mehr dazu in den häufigen Fragen.
Liegt deine Arbeitsecke im Schlafzimmer, hilft dir auch der Ratgeber Kleines Schlafzimmer gemütlich machen. Und wie du mit wenig Aufwand mehr Wärme in die ganze Wohnung bringst, liest du in Mietwohnung aufwerten mit Textilien, Licht und Deko.



